Gedanken zum diesjährigen

    ERNTEDANKFEST

 

„Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird rasche Fortschritte machen; deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des HERRN wird deine Nachhut sein …“                                                             (Jes 58,8)

Zeitenwenden kosten etwas! Zeit und Geld etwa … manchmal sogar gerät ein ganzes Weltbild  „in’s Wanken“! Als Nikolaus Kopernikus (1473-1543) seine Berechnungen anstellte und bewies, dass sich gar nicht alles um die Erde – unseren Heimatplaneten – drehte, hatte Kolumbus (1451-1506) gar entdeckt, dass die Erde gar keine Scheibe ist und Martin Luther (1483-1545) stellte dem Dogma der „alleinseligmachenden Kirche“, den „alleinseligmachenden Christus“ entgegen. Zeitenwenden kosten etwas! Den Britten Zeit – die sie gerne investieren, um von der jüngst verstorbenen Queen Elisabeth II Abschied zu nehmen; (immerhin mit bis zu 30 Stunden anstehen für einen Kondolenzbesuch) – den Humanisten kostet es zumindest ihr Dogma, dass mit der menschlichen Vernunft – und den richtigen Argumenten – alles durch Einsicht und Entgegenkommen – und somit friedlich zu regeln ist … Und uns? „Wenn wir als kleiner Bäckereibetrieb überleben wollten, müsste ein „normales“ Brot mindesten 8 € kosten!“ Bei einer Steigerung der Energiekosten in der Backstube von jährlich 120.000 € auf 1.120.000 € durchaus nachvollziehbar! „Und als es das dritte Siegel öffnete, hörte ich das dritte lebendige Wesen sagen: Komm und sieh! Und ich sah, und siehe, ein schwarzes Pferd, und der darauf saß, hatte eine Waage in seiner Hand. Und ich hörte eine Stimme inmitten der vier lebendigen Wesen, die sprach: Ein Maß Weizen für einen Denar, und drei Maß Gerste für einen Denar; doch das Öl und den Wein schädige nicht…“ (Offb 6,5-6) Das ohnehin beliebte Spekulationsgeschäft der Reichsten der Reichen mit dem Lebensnotwendigsten – dem Weizen etwa (oder dem Wasser!) – ist auf eine dramatische Weise in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Die „Kornkammer der Welt“ konnte ihren Beitrag zur Welternährung nicht mehr „verschiffen“. Durch Sprengfallen blockierte Häfen – ganz abgesehen von geplünderten Ernten und niedergebrannten Ackerflächen …Und wenn das letzte Buch der Bibel die katastrophalen Folgen des „Griffs nach der verbotenen Frucht im Garten Eden“ in ihrer letzgültigen Konsequenz aufzeigt, mag auch dem „letzten Skeptiker“ bewußt werden: Wir brauchen einen Erlöser! (Übrigens, das „Verschonen von Öl und Wein“ betrifft die Luxusgüter – vielleicht ja nur ein Hinweis, dass den Wohlhabenden auf diesem Planeten noch eine „kleine Zeit zum Umdenken“ gegeben wird) … Wir brauchen einen Erlöser? Ja, wer sollte denn das sein? Johannes, dem Schreiber dieses biblischen Buches, standen die Tränen in den Augen: „… keiner im Himmel oder auf der Erde oder gar unter der Erde (also ein bereits Verstorbener) war WÜRDIG das Buch mit den sieben Siegeln – die letzten Geheimnisse der Menschheitsgeschichte – zu öffnen …“ Aber dann wird er getröstet: „Weine nicht! Würdig ist der Löwe aus dem Stamm Juda …“ (Offb 5,4-5) Und als er dann seine Augen aufhob und sich umschaute, sah er … ein LAMM! Ja, das Lamm, das die Sünden der ganzen Welt hinwegträgt. Nur und ausschließlich die Demut des Lammes Gottes kann dem Stolz der Menschen etwas entgegensetzen. Kann ERLÖSEN. Kann die Last dieser Welt tragen. Und zwar zum Kreuz, um dort mit seinem eigenen Leben zu bezahlen. Sein Blut zu opfern, für die Zukunft der Menschen, die IHM vertrauen! Und im Angesicht dieser Tatsache ist das Erntedankfest 2022 – Erntedank im Horizont der Zeitenwende – eben kein Fest trotz weltweiter Klimaerwärmung und Mangelernten, sondern ein Fest im Wahrnehmen der unglaublichen Chance, Gottes Ernte einzubringen! Fröhlich, weil voller berechtigter Hoffnung (immerhin eine „lebendige Hoffnung“ laut 1Petr 1,3!) das Evangelium zu verkünden und Menschen für Jesus zu begeistern! Dann freuen wir uns nicht nur an dem sichtbaren Erntesegen auf dem Garbentisch, sondern ganz besonders an den Menschen, die den Ruf des Reiches Gottes gehört haben. Und Teil der großen Ernte Gottes sind! Zeitenwende kostet etwas – Umdenken ist angesagt! Denn wir schauen nicht nur auf das „Sichtbare“, sondern auch auf das (noch) „Unsichtbare“. Um mit Dietrich Bonhoeffer zu bekennen: „Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet, so lass uns hören jenen vollen Klang der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet: All deiner Kinder hohen Lobgesang.“ Und in diesem Sinne ist unsere Dankbarkeit eine Einladung an Gott – ja ein sehnsuchtsvolles Erflehen – SEINE Gerechtigkeit auf unserem Planeten endlich hervorbrechen zu lassen …    Shalom und seid reich gesegnet in IHM, der uns liebt“ (Offb 1,5-6)

 

Herzlichst Euer  Bernd Niemeier