Gedanken zur Jahreslosung 2023  

 

Haussegen? Ziemlich schief! Und das mit dem Zweck und den Mitteln? Zumindest in diesem Fall wohl eher völlig daneben … Ein in die Jahre gekommenes Ehepaar stellt fest, dass zumindest ein Lebenstraum zerplatzt ist. Wie ein großer, zu doll aufgeblasener Luftballon. Und das schmerzt umso mehr, als sie doch überall bekannt waren als Menschen mit großem Gottvertrauen. Aber nüchterne Bilanz: Weder Grundbesitz noch einen Erben hatten sie vorzuweisen. Zum jetzigen Zeitpunkt. Und damit auch keine Zukunft. Doch dann hat Sarah einen Geistesblitz. Das junge Mädchen aus Ägypten – Hagar – in ihrem Hausstand. Würde das Dienstmädchen ein Kind des Hausherrn zur Welt bringen, wäre es das „leibliche Kind“ von Sarah. Völlig legal. Damals. Leihmutterschaft würde man es wohl heute nennen. Und damit geriet der Haussegen in diese gewaltige Schieflage. Galt doch damals „Kinderlosigkeit“ als Makel für eine Frau, versteht man, dass die „Leibeigene“ – also besagte Hagar – auf ihre Herrin herabsah. Diese wiederum ließ sie spüren, wer das Sagen hatte. Schwangerschaft hin – Schwangerschaft her. Wir finden Hager nun in der Wüste. Sie hat’s „zuhause“ einfach nicht mehr ausgehalten. War einfach weggelaufen. Nur, dass das Weglaufen bei dem „Way of life“ der Nomaden – die ihre Zelte mal hier, mal dort aufschlugen – definitiv keine gute Wahl war. Wie sollte es nun weitergehen. Bei allem Verständnis für die äußerst schwierigen Lebensumstände: so ging’s nicht. Nun hatte Hagar aber noch ein zusätzliches Problem. So „vorbildhaft“ wie sie ja vielleicht auch die Religion – oder besser: den Glauben an Gott – bei Abraham und Sarah erlebt hatte … davon bleib nicht mehr viel. „Und du willst Christ sein?“ Vielleicht kennst Du ja auch diesen Vorwurf. Erwartet wird ein freundliches, verständnisvolles, liebevolles Verhalten. Das nun wohl bitter enttäuscht wurde. Oder besser: ein solches (vermeintlich christliches) Verhalten wird gefordert, ja – eingeklagt: „Du, als „gläubiger Mensch“, musst dich doch wenigstens „christlich“ verhalten!“ Was ist von einem Gott zu halten, der solch ein „unmenschliches Verhalten“ – zumindest in den Augen eines Betroffenen – rechtfertigt? Und eben solche Gedanken müssen Hagar – die sich (ob zurecht oder nicht, sei hier mal außenvor) ziemlich ungerecht behandelt fühlt, bewegt haben. In all ihrer Verzweiflung. Und Ungewissheit: Wie soll das alles enden? Und dann macht sie eine Erfahrung. Eine Gottesbegegnung. Der Gott Abrahams (und Sarahs!) – ER begegnet ihr, der Magd, der Sklavin, dem Haumädchen. Und das an diesem unwirklichen Ort. In der Wüste. In ihrer Not. Am Tiefpunkt ihres Lebens. Dieser Gott ist eben nicht (nur) ein Gott der Reichen, Schönen, Erfolgreichen und „Winner des Lebens“. Nein, „im Tal der Verzweiflung“, im „dunklen Tal“ wird aus dem ER ein DU. Eine Erfahrung, die David in dem bekannten 23. Psalm so faszinierend auf den Punkt bringt: … und ob ich schon wanderte im finsteren Tal … DU bist bei mir …“ Ja, „Du bist ein Gott, der MICH sieht!“ Der Gott, der SIE – die Sklavin, die „Leibeigene“ ansieht. Und zwar „mit den Augen der Liebe“. Ihr wird eine unglaubliche Wertschätzung zuteil. Sie ist „wertgeachtet in Gottes Augen“ (Jes 43,4) Unendlich geliebt. So einzigartig, so kostbar, dass ihr – ja, IHR – eine unvorstellbare Zukunft eröffnet wird. „Du bist der Gott, der MICH sieht!“ Eine Erfahrung, die durch die Jahrtausende immer und immer wieder gemacht wird: „… der den Geringen aufrichtet aus dem Staube und erhöht den Armen aus dem Schmutz, dass er ihn setze neben die Fürsten, neben die Fürsten seines Volkes; der die Unfruchtbare im Hause wohnen lässt, dass sie eine fröhliche Kindermutter wird …“ (Ps 113,7-9) Und weit darüber hinaus: Eine verzweifelte Mutter aus Syrien findet bei dem Juden Jesus – dem jüdischen Messias - umfassende Hilfe für ihre schwerstkranke Tochter; eine von allen verachtete und ausgegrenzte Samariterin wird durch den Sohn Gottes mit ihrem verpfuschten Lebenslauf versöhnt – und damit auch wieder „gesellschaftsfähig“; eine ehemalige Prostituierte wird zur Ur-ur-ur-…Oma des Messias Israels … (Mt 15,21-28 / Joh 4,1-45 / Jos 2 + Mt 1,2-17) Bis heute hat es nicht aufgehört. Diese Erfahrung, von Gott gesehen zu werden. Mit Augen der Wertschätzung, Anerkennung und LIEBE. „Du bist der Gott, der MICH sieht!“ Und in dem „von Gott angeschaut werden“, liegt Verheißung und Zukunft. Der Gott, der DICH anschaut, zeigt Dir Deinen Weg. Eine Vision, eine Perspektive, die SEINER ewigen Erwählung für Dich entspricht! (Eph 1,4) Allerdings geht es nicht ohne VERTRAUEN. Biblische Sprache: GLAUBEN. Denn: „Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen …“ (Hebr 11,6) So übrigens auch in dieser Wüstenerfahrung von Hagar. „Geh zurück zu Deiner HERRIN – demütige Dich …“ lautet die herausfordernde Weisung des „Gottes, der MICH sieht“. In diesem Fall, der Hagar SIEHT. Dieses Sehen beinhaltet eben gerade auch den Überblick. ER weiß, was hinter der nächsten Weggabelung ist. Schaut voraus, Dich sicher zu führen. Damit Du das Zeil Deines Lebens erreichst. SEINE „Zumutungen“ sind „Einladungen“! Eingeladen bist Du zu einem Leben des VERTRAUENS. Ein Leben des „sich-immer-wieder-AN-VERTRAUENS“, weil der „Gott, der DICH sieht“, einen einzigartigen Namen trägt: IMMANU-EL. „Gott ist mit uns“. Dieser Gott liess „sich sehen“: „… und das WORT wurde Mensch und zeltete unter uns – und wir sahen seine Herrlichkeit …“ Ein Gott zum ANSCHAUEN. Ein Gott zum „ANFASSEN. Ein Gott auf Augenhöhe! „Du bist ein Gott, der MICH sieht!“ Jesus, der Sohn Gottes, der Auferstandene verspricht: „Siehe, ich bin bei Euch alle Tage – bis an der Weltzeiten Ende!“ Darauf lässt sich Zukunft bauen! 

Jesus – Du bist der Sohn Gottes – Du bist der Gott, der mich sieht: Danke für Dein „Mich-sehen“, dass mir Zukunft und Hoffnung schenkt. Bei Dir bin ich geborgen für Zeit und Ewigkeit! AMEN

     In diesem Sinne allen Lesern ein ermutigendes Jahr 2023

 Shalom - Herzlichst Euer Bernd Niemeier

Gedanken zum diesjährigen

    ERNTEDANKFEST

 

„Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird rasche Fortschritte machen; deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des HERRN wird deine Nachhut sein …“                                                             (Jes 58,8)

Zeitenwenden kosten etwas! Zeit und Geld etwa … manchmal sogar gerät ein ganzes Weltbild  „in’s Wanken“! Als Nikolaus Kopernikus (1473-1543) seine Berechnungen anstellte und bewies, dass sich gar nicht alles um die Erde – unseren Heimatplaneten – drehte, hatte Kolumbus (1451-1506) gar entdeckt, dass die Erde gar keine Scheibe ist und Martin Luther (1483-1545) stellte dem Dogma der „alleinseligmachenden Kirche“, den „alleinseligmachenden Christus“ entgegen. Zeitenwenden kosten etwas! Den Britten Zeit – die sie gerne investieren, um von der jüngst verstorbenen Queen Elisabeth II Abschied zu nehmen; (immerhin mit bis zu 30 Stunden anstehen für einen Kondolenzbesuch) – den Humanisten kostet es zumindest ihr Dogma, dass mit der menschlichen Vernunft – und den richtigen Argumenten – alles durch Einsicht und Entgegenkommen – und somit friedlich zu regeln ist … Und uns? „Wenn wir als kleiner Bäckereibetrieb überleben wollten, müsste ein „normales“ Brot mindesten 8 € kosten!“ Bei einer Steigerung der Energiekosten in der Backstube von jährlich 120.000 € auf 1.120.000 € durchaus nachvollziehbar! „Und als es das dritte Siegel öffnete, hörte ich das dritte lebendige Wesen sagen: Komm und sieh! Und ich sah, und siehe, ein schwarzes Pferd, und der darauf saß, hatte eine Waage in seiner Hand. Und ich hörte eine Stimme inmitten der vier lebendigen Wesen, die sprach: Ein Maß Weizen für einen Denar, und drei Maß Gerste für einen Denar; doch das Öl und den Wein schädige nicht…“ (Offb 6,5-6) Das ohnehin beliebte Spekulationsgeschäft der Reichsten der Reichen mit dem Lebensnotwendigsten – dem Weizen etwa (oder dem Wasser!) – ist auf eine dramatische Weise in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Die „Kornkammer der Welt“ konnte ihren Beitrag zur Welternährung nicht mehr „verschiffen“. Durch Sprengfallen blockierte Häfen – ganz abgesehen von geplünderten Ernten und niedergebrannten Ackerflächen …Und wenn das letzte Buch der Bibel die katastrophalen Folgen des „Griffs nach der verbotenen Frucht im Garten Eden“ in ihrer letzgültigen Konsequenz aufzeigt, mag auch dem „letzten Skeptiker“ bewußt werden: Wir brauchen einen Erlöser! (Übrigens, das „Verschonen von Öl und Wein“ betrifft die Luxusgüter – vielleicht ja nur ein Hinweis, dass den Wohlhabenden auf diesem Planeten noch eine „kleine Zeit zum Umdenken“ gegeben wird) … Wir brauchen einen Erlöser? Ja, wer sollte denn das sein? Johannes, dem Schreiber dieses biblischen Buches, standen die Tränen in den Augen: „… keiner im Himmel oder auf der Erde oder gar unter der Erde (also ein bereits Verstorbener) war WÜRDIG das Buch mit den sieben Siegeln – die letzten Geheimnisse der Menschheitsgeschichte – zu öffnen …“ Aber dann wird er getröstet: „Weine nicht! Würdig ist der Löwe aus dem Stamm Juda …“ (Offb 5,4-5) Und als er dann seine Augen aufhob und sich umschaute, sah er … ein LAMM! Ja, das Lamm, das die Sünden der ganzen Welt hinwegträgt. Nur und ausschließlich die Demut des Lammes Gottes kann dem Stolz der Menschen etwas entgegensetzen. Kann ERLÖSEN. Kann die Last dieser Welt tragen. Und zwar zum Kreuz, um dort mit seinem eigenen Leben zu bezahlen. Sein Blut zu opfern, für die Zukunft der Menschen, die IHM vertrauen! Und im Angesicht dieser Tatsache ist das Erntedankfest 2022 – Erntedank im Horizont der Zeitenwende – eben kein Fest trotz weltweiter Klimaerwärmung und Mangelernten, sondern ein Fest im Wahrnehmen der unglaublichen Chance, Gottes Ernte einzubringen! Fröhlich, weil voller berechtigter Hoffnung (immerhin eine „lebendige Hoffnung“ laut 1Petr 1,3!) das Evangelium zu verkünden und Menschen für Jesus zu begeistern! Dann freuen wir uns nicht nur an dem sichtbaren Erntesegen auf dem Garbentisch, sondern ganz besonders an den Menschen, die den Ruf des Reiches Gottes gehört haben. Und Teil der großen Ernte Gottes sind! Zeitenwende kostet etwas – Umdenken ist angesagt! Denn wir schauen nicht nur auf das „Sichtbare“, sondern auch auf das (noch) „Unsichtbare“. Um mit Dietrich Bonhoeffer zu bekennen: „Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet, so lass uns hören jenen vollen Klang der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet: All deiner Kinder hohen Lobgesang.“ Und in diesem Sinne ist unsere Dankbarkeit eine Einladung an Gott – ja ein sehnsuchtsvolles Erflehen – SEINE Gerechtigkeit auf unserem Planeten endlich hervorbrechen zu lassen …    Shalom und seid reich gesegnet in IHM, der uns liebt“ (Offb 1,5-6)

 

Herzlichst Euer  Bernd Niemeier